Fructoseintoleranz

Fructose ist ein Monosaccharid, das in freier Form v.a. in Obst und Honig zu finden ist. Ein Großteil der mit der Nahrung zugeführten Fructose stammt aus Saccharose (Haushaltszucker), in der Fructose gebunden an Glucose vorliegt. Unter den Zuckern hat Fructose die höchste Süßkraft. Sie ist daher auch in zahlreichen industriell gefertigten und diätetischen Lebensmitteln zu finden. Unabhängig davon ist die Fructoseaufnahme in den letzten Jahrzehnten auch aufgrund der gängigen Ernährungsempfehlungen mit hohem Obst- und Gemüsekonsum gestiegen. Man geht aufgrund von diversen Studien davon aus, dass etwa ein Drittel der Westeuropäer empfindlich auf Fructose reagieren.

Fructosegehalt verschiedener Früchte

Fructosegehalt in mg/100g:

Ananas 2.130
Aprikose 870
Apfel 6.040
Banane 3.710
Erdbeere 2.300
Himbeere 2.050
Johannisbeere, rot 2.750
Kirsche, sauer 4.280
Kirsche, süß 6.140
Mandarine 1.300
Rhabarber 380
Zitrone 380

Quelle: Götz, Marie-Luise und Rabast, Udo: Diättherapie - Stuttgart: Thieme Verlag, 1987

Fructoseintoleranz von uns erklärt

Die Fructoseintoleranz hat viele Namen: hereditäre Fructoseintoleranz; Fructosemalabsorption; Fruchtzuckerunverträglichkeit; Fructosurie; Fructosämie, Störung des Fructosestoffwechsels. Alle Begriffe beschreiben aber eine Unverträglichkeit gegenüber dem Monosaccharid (Einfachzucker) Fructose.

Man unterscheidet folgende Formen:

  • Intestinale Fructoseintoleranz (IFI) oder Fructosemalabsorption (FM):
    Darunter versteht man die Tatsache, dass der Körper nicht mehr in vollem Umfang Fruchtzucker (Fructose) aufnehmen kann. Um Fruchtzucker aufzunehmen, braucht der Körper einen Glucosetransporter, genannt GLUT5. hat dieser Glucosetransporter einen Defekt, wird die durch die Nahrung aufgenommene Fructose nicht ausreichend abgebaut und wandert so direkt in den Dickdarm. Bei der dort einsetzenden Vergärung entstehen kurzkettige Fettsäuren, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan, die zu Blähungen und Durchfall führen können. Weitere mögliche Beschwerden sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Atemnot und Völlegefühl. (Dieselben Symptome können im übrigen auch durch Sorbit hervorgerufen werden.) Die Aufnahmekapazität für Fructose ist individuell* und kann nur durch Herantasten ermittelt werden. Die verminderte Aufnahme von Fructose kann durch gleichzeitige Aufnahme von Glucose (im Verhältnis 1:1) verbessert werden.
    Man nimmt an, dass etwa 30% der Bevölkerung (in westlichen Ländern und in Afrika) an einer Fructoseintoleranz oder Fructosemalabsorption leiden. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass jeder Fünfte, der an Lactoseintoleranz erkrankt ist, ebenfalls an einer Fructosemalabsorption leidet (Witt, Heiko: Update Ernährungsmedizin 2013).
  • Hereditäre Fructoseintoleranz (HFI):
    Bei dieser seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung besteht ein Mangel am Enzym Fructose-1-Phosphat-Aldolase B. Bereits kleinste Mengen Fructose können zu lebensbedrohlichen Zuständen und Schädigungen führen. Die Häufigkeit der Neuerkrankungen beträgt ca. 1 Erkrankung pro 20.000 Einwohner.
  • Fructosämie/Fructosurie:
    Leberstoffwechselstörung bei der das Enzym Fructokinase nicht gebildet wird und sich Fructose im Blut anreichert (Fructosämie). Dies führt zu einer gesteigerten Ausscheidung von Fructose mit dem Urin (Fructosurie). Die sogenannte essentielle Fructosurie ist nicht behandlungsbedürftig und wird oft nur zufällig diagnostiziert. Sie ist sehr selten und kommt in einem von 130.000 Fällen in Deutschland vor.

* Da die Aufnahmekapazität für Fructose begrenzt ist, werden bei einer Zufuhr von 50g Fructose/250ml Wasser pro Stunde bei etwa 60-70% der Bevölkerung Symptome der Malabsorption festgestellt. Bei Zufuhr von 25g Fructose/250ml Wasser pro Stunde immer noch von etwa 40% der Bevölkerung.

Die Ernährungstherapie

Die Therapie der hereditären Fructoseintoleranz besteht im lebenslangen Meiden von fructosehaltigen Lebensmitteln.
Bei der meist verbreiteten Form, der Fructoseintoleranz/-malabsorption ist die Beschränkung der Fructosezufuhr unbedingt erforderlich. Lebensmittel mit geringem Fructosegehalt müssen bevorzugt werden. Lebensmittel, die weniger als 1 g Fructose/100 g bzw. Portion enthalten (praktisch fructosefrei) und 1 bis 5 g Fructose/100 g bzw. Portion, werden auch bei einer diagnostizierten Unverträglichkeit häufig gut vertragen. Lebensmittel mit über 5 g Fructose/100 g bzw. Portion sollten vermieden werden.

 

 

 

Alltagsfallen

  • Vorsicht bei Obst! Jeder sollte selbst testen, wieviel und vor allem welches Obst er verträgt.
  • Alternative Süßungsmittel zu Zucker und Honig können Erythrit, Stevia, Reissirup oder Traubenzucker sein. Grundsätzlich sollte lieber weniger gesüßt werden!
  • Softdrinks (mit und ohne Zucker), Fruchtsäfte, Fruchtnektare enthalten viel Fructose.
  • Zuckeralkohole wie Sorbit und Mannit sollten gemieden werden, da durch sie die Aufnahme der Fructose im Darm zusätzlich gehemmt wird! Hier gilt es, nicht nur die Zutatenliste der Lebensmittel zu beachten, sondern auch bei Bonbons, Kaugummis und Zahnpasta genau nachzuschauen.
  • Aceto Balsamico in kleinen Mengen wird meist vertragen – aber Vorsicht beim Essen im Restaurant.

Produktübersicht

Eine leckere Alternative und Abwechslung im Kühlschrank bieten unsere lactose- und fructosefreien Produkte:

  • Fructosefreier Joghurt
  • Fruchtquark-Dessert
  • Pudding
  • Eiscreme

Bei diesen Milchprodukten wird die Süßung der Milchprodukte auf Glucose und andere Süßungsmittel (Erythrit und Steviolglycosid) umgestellt.